extrem Kitesurfing  
   
   
 
North Vegas 2008,ein Testbericht von HeiterKiter/MarcoPE
 
NORT Vegas 2008, kleiner Testbericht zurück

Tester und Rider: HeiteKiter <-------Oase Forum
Mein Skill: Aufsteiger (oder a bissi besser )
Mein Status: Sponsorenfrei (inzwischen North Teamfahrer)
Revier: Lago di Santa Croce
Wind: 10-20 Knoten böig
Kitegröße: 12 qm

North Vegas 2008 - C-Kite meine ersten Eindrücke

Kitebag:
Beim Bag hat sich in der Funktion von 2007 auf 2008 nicht viel getan.
Es ist groß genug so dass man den Kite auch mal schlampig zusammenrollen kann!
Vorne ist eine große Tasche für Bar und anderen Dinge die man gerne mitnehmen will.
Das Bag lässt sich natürlich erweitern so dass man die Struts aufgeblasen lassen kann.
Achja aussehen tut das Bag jedenfalls super geil

Verarbeitung Kite:
Der Kite sieht für mich gut verarbeitet aus. Für meine Begriffe ist hier auf konsequente Leichtbausweise gesetzt worden. Verstärkungen und zusätzlich schützende Materialen sind da verbaut worden wo es notwendig ist.
Wie gut der Kite wirklich ist kann nur die Zeit sagen. Ich kann nur sagen dass ich an den 2 Tagen den Kite bestimmt 30 mal ins Wasser gedonnert habe und dabei nichts kaputt gegangen ist.

Funktionalität Kite - Bar:
Ich habe die 07er Bar verwendet.
Was ich einfach mag ist: Alles ist einfach ready to go. Ich habe die Bar am Rebel 07, Vegas 07 oder Rhino6 gehabt! Nichts umknüpfen sondern anknüpfen und Spaß haben! Perfekt von der ersten Minute an.

Veränderungen von 07 zu 08:
Mir ist aufgefallen dass der Kite kein Two Pump mehr hat! Wäre ja auch ziemlich komisch wenn mir das nicht aufgefallen wäre . Ich bin froh dass North wieder zurück zur herkömmlichen Bauweise gekommen ist, weil jedes Teil für mich Gewicht bedeutet und ein leichter Kite einfach wesentlich besser fliegt als ein schwerer Kite.
Die Struts sind extrem dünn und sogar so dünn dass die Bladder nicht mehr an den Enden sondern vorne beim Ventil an einem Reißverschluß herrausgenommen werden können. Ich bin kein Aerodynamiker, aber bringen tut das scheinbar jede Menge an Fluggeschwindigkeit.
Im seitliche Bereich an den Tuchenden wurden Cambattens verbaut. Zusätzlich ist auch wie am Rhino 06 und Vegas 06 am Tipende eine Segellatte verbaut. Diese Veränderungen machen den Kite extrem stabil in der Luft und absolut direkt.

 

Leichtwindeigenschaften:
Ich hatte am Wochenende das Glück oder bessergesagt das Pech dass am Croce der Wind nicht sehr berauschend war. Es war relativ böig, mal schwach mal stark und der Wind war so dass ich normal meinen 14er oder sogar 16 Rhino 06 fliegen würde. (Ich weiß das kommt in jedem Test vor: eine Größe kleiner fliegen als im Vorjahr etc.)
Fakt war, dass der Wind normal für einen 12er C oder Hybrid für meine Gewichtsklasse zu klein gewesen wäre, aber da ich natürlich unbedingt den Vegas 08 testen wollte habe ich den Kite auch verwendet.
Noch dazu musste ich mein kleinstes Board nehmen weil mein STANDARD Nobile 666 in 132x41 meine Freundin mit dem 9er Vegas gefahren hat.
Vom Druck im Kite beim Starten dachte ich das geht nie. Bei der ersten Startkurve war ich so überrascht wie noch nie in meinem Kiterleben. Der Kite macht extrem Dampf und geht für mein Gefühl früher los als meine Rhino 06.
Im direkten Vergleich war Andi mit einem Vegas 07 in 14qm am Wasser. Ähnliches Gewicht, ähnliches Fahrkönnen und ähnliches Board (Ok er ist 12 Jahre jünger, aber das ist nicht wichtig, oder?). Jedenfalls hatte ich sichtbar nicht weniger Druck im Kite als er.

 

Starkwindeigenschaften:
Der Wind war nur wenige Sekunden in Böen so dass ich einen Teil der Depower des Kites brauchen konnte. Natürlich hat der Kite eine menge mehr Depower als meine R6. Sicherlich nicht so viel Depower wie ein Bow aber das brauche ich ja auch gar nicht. Es lässt sich aber schon sehr sehr viel Druck aus dem Kite nehmen.
Nächste Woche fliege ich 1 Woche nach Tarifa und werde sicher weiter Erkenntnisse folgen lassen.


Am Wind Eigenschaften:
Für mich die perfekte Symbiose aus am Wind Eigenschaften um nach einem Move wieder schnell die verloren Höhe zu gewinnen und dennoch genug Grunddruck für unhooked Moves zu haben. Hintergrund für Neulinge: Kites die sehr nahe an den Windfensterrand gehen und somit gut Höhe ziehen haben weniger Grunddruck und Bums den man für einen guten Pop bei unhooked Moves braucht.

Steuerkräfte:
Ein Traum. Nein die Steuerkräfte sind nicht leicht sondern genau richtig! Sie sind aber leichter als bei einem R6 oder Rebel 07, Rhino 07.
Ich muß mich beherrschen dass ich beim Schreiben nicht außer Kontrolle gerate, weil ich so begeistert bin. Ich hatte das Gefühl als wäre ich mit dem Kite EINS. Ohne gucken wusste ich immer wo der Kite steht. Fliegt den Kite und Ihr werdet staunen was der Kite in Sachen Steuerkräfte und Feeling kann!


Haltekräfte:

Eigentlich ähnlich wie bei den Steuerkräften! Die Haltekräfte fühlt man, sie sind aber nicht zu leicht und auf keinen Fall zu schwer. Perfekt! Zum Entspannen kann man zusätzlich bei der 07er und auch bei der 08er Bar den Microhook oder den Stopper einsetzen, dann sind die Haltekräfte logischerweise bei 0.


Druckpunkt:
Bei voller Depower hat der Kite keine Full Depower aber auf jeden Fall soviel dass der Kite seitlich langsam abschmiert. Mit ziehen der Bar nimmt der Druck immer weiter zu und ist bei vollem Anpowern auf maximalem Zug und zwar mit sehr gut fühlbarem Verlauf. Es gibt keine Stelle wo der Druck schlagartig zunimmt sondern super konstant

Kraftentfaltung:
Den Bereich habe ich beim Druckpunkt schon angeschnitten. Die Kraftentfaltung lässt sich über die Bar sehr linear und sauber steuern.
Die Kraft setzt nicht extrem aggressiv ein aber dennoch so wie es sich ein C Fahrer wünscht. Explosiver ist in der Disziplin auf jeden Fall der
Rhino 6.

Windbereich:
Den unteren Windbereich habe ich gut ausloten können. Den oberen Windbereich werde ich wohl erst nächste Woche in Tarifa erfahren. Auf jeden Fall lasse ich für meine Tarifa Reise gleich mal den 14er Rhino zu Hause weil mich der in Sachen Leichtwind nicht weiterbringt. Wechsel dann direkt auf den 16er.

Turnverhalten:
ich wüsste echt nicht was ein Kite in der Disziplin besser machen könnte. Der Kite reagiert so direkt als hätte man die Hand nicht an der Bar sondern direkt am Kite und die Radien fallen so aus wie man will.Rund, perfekt und sauber. Ein Traum.
Einzig das „Pellern“ über ein Tip gibt’s beim Vegas 08 nicht.

Kiteloops:
Bitte schlagt mich, aber ich behaupte hier kann kein Bow mithalten! Auch kein Sonic der mir in der Disziplin gut gefallen hat!
Ich gebe zu der Wind war nie so dass ich überpowerte Kiteloops gesprungen bin aber immerhin so dass ich mir ein Urteil erlauben kann!
Ich bin unhooked Downloops und hooked Kitebackloops gesprungen.
Die Loops sind sehr sehr kraftvoll und rund. Es gibt keine Stelle wo der Kite extrem rupft sondern in jedem Bereich konstant Druck liefert.
Für mich die absolute Kiteloopmaschine! Noch nie einen Kite gehabt der einem so was von geil Kiteloops springen lässt.


unhooked:
Daß der Kite genau dafür gebaut wurde merkt man sofort. Da stimmt einfach alles.
Super Grunddruck für guten Pop, sehr einfaches Handling. Kein reißen an der Bar wenn man mit einer Hand den Kite nochmal durchloopen lässt um Schwung zum Weiterfahren und einhacken aufbauen will.
Ich wüsste nicht was ein Kite hier besser machen sollte?

Lift und Hangtime:
Ich hatte große Angst durch meine unhooked und Freestyle Ambitionen einen Kite kaufen zu müssen der mich nicht mehr richtig springen lässt.
Von wegen. Der Kite springt schon bei wenig wind super super gut. Bei Transitions hat man des Gefühl schwerelos zu sein und das bei wenig und eigentlich unterpowerten Verhältnissen. Vorallem beim nach vorne lenken gibt’s sofort einen perfekten Zug ohne dass man absäuft selbst wenn die Technik mal nicht perfekt stimmt.
Ich behaupte dass der Kite in jeder Lebenslage mehr Hangtime und Lift hat als ein
Rhino 06. Ich war super überrascht und beim ersten Sprung überglücklich dass der
Vegas 08 über ein solch enormes Sprungpotential verfügt. Ich bin überzeugt dass ich mit dem Kite den meisten Bows und Hochleistern davon springe.
Wer es nicht glaubt soll den Kite selbst testen!

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Wasserstart:
Für alle die einen 5 Leiner Kite fliegen können und wissen wie der Relaunch funktioniert kann den Kite problemlos starten. Insgesamt geht es durch die gebogenen Tips aber etwas langsamer als bei einem klassischen C der an den Tips mehr Tuch bietet um Wind zum starten zu fangen.
Ich habe den Kite am Wochenende sicher 30 mal nach verkackten Sprüngen neu gestartet.

Fazit:
Für mich der beste Kite den ich jemals geflogen bin! Eigentlich will ich überhaupt keinen anderen Kite mehr testen weil der Vegas 08 alles übertrifft was ich jemals geflogen bin und alles genauso macht wie ich es mir vorstelle! Sprich wenn ich einen Kite bauen würde um meinen Ansprüchen gerecht zu werden würde ich einen Vegas 08 bauen.

Wenn ich meinen eigenen Test so lese hört sich das wie eine weiterer Hype an, aber ich kann euch versichern dass jedes Wort der Wahrheit entspricht und Ihr euch einfach nur mit einem Test selbst überzeugen müsst.